Dienstag, 4. Dezember 2007

Halong Bay

Die Halong-Bucht ist eine ca. 1500 qkm grosse Bucht in Nordvietnam aus der wild verstraeut knapp 2.000 Kalkfelsen, zumeist unbewohnte Inseln, zum Teil mehrere hundert Meter hoch, aus dem Wasserragen. Seit 1994 ist sie auf der Unesco-Weltkulturerbe-Liste und wirklich unheimlich toll! Relativ schnell hatten wir und deshalb auch dazu entschlossen statt eines einfachen Tagesausflugs insgesamt 3 Tage und 2 Naechte (1x an Bord eines Schiffes, 1x im Hotel) zu verbringen. Eigentlich ist der allgemeine Tenor, dass der Trip um so besser wird, je mehr man dafuer ausgiebt, aber Kathrin, Eva und ich haben uns trotzdem gegen die Luxusvariante entschieden... und waren daher extrem gespannt, was auf uns zukommen wird.
Es fing alles ganz normal an: wir wurden (aussergewoehnlich puenktlich) an unserem Hotel abgeholt und mit dem MiniBus bis nach Halong-City gefahren, das liegt ca. 3 Autostunden noerdlich von Hanoi. Von dort wurden wir auf unser Boot verfrachtet, auf dem wir dann erstmal Mittagessen bekamen, wahrend es hinaus in die Bucht ging. Was wir erst nach dem Essen bemerkten war, dass unser Boot von einem anderen abgeschleppt werden musste, weil der Mototr nicht funktionierte... Naja gut, wir haben ja auch nur die "Economy-Variante" gebucht und wir wir nun letztendlich vorwaerts kommen, war uns auch nicht so wichtig. Die Leute auf dem Luxus-Boot, die uns ziehen mussten haben sich wahrscheinlich mehr geaergert ;-)


Eines dieser vielen Boote,
die tlw in zweiter und dritter Reihe vor Anker lagen,
sollte uns in die Bucht bringen...


...das ging dannn allerdings nur mit Hilfe eines anderen Bootes,
aber immerhin kamen wir an.

Das freundliche Abschleppboot brachte uns dann zum ersten Sightseeing-Punkt, einem der groessten Karstfelsen der Bucht, in dem sich eine vielbesuchte Hoehle befindet (@Mama: ich habe zwar versprochen, dass ich in keine Hoehle mehr klettere, hier war wirklich keinerlei Gefahr!). Die Hoehle war riesig und es fuehrte nur ein einziger Weg, breit geteert und furchtbar kitschig ausgeleuchtet, durch die gesamte Hoehle, in der es vor Touris leider nur so wimmelte.

Eher kitschig als schoen,
eigentlich schade um die tolle Hoehle!

Es war also auch kein Problem
unbeschadet wieder aus der Hoehle zu finden!
Bis alle 14 Passagiere (wir waren eine kleine, sehr nette Gruppe) wieder zurueck am Schiff waren, hatte unser Kapitaen und seine Gehilfen den Motor wieder repariert, so dass wir selbststaendig weiterfahren konnten. Es ging dann noch ein Weilchen weiter durch die Bucht, vorbei an schwimmenden Doerfern, deren "Marktfrauen" mit dem Boot angerudert kamen und uns mit Obst und Keksen versorgten. Gegen Abend gab es einen Zwischenstop fuer eine Kayak-Tour, auf die wir allerdings dankend verzichteten, da das Wetter nicht so wirklich schoen war. Wir hatten keine Lust hatten nass zu werden (was wir beim letzten Kayak-Trip wurden und uns dann zu erkaelten. Die beiden irischen Paaerchen an Bord war es nicht zu kalt, allerdings dann irgendwann zu dunkel (weil sie nicht rechtzeitig umgekehrt sind), so dass sie den Weg nicht mehr gefunden haben. Ein paar schwimmende Marktfrauen haben sie aufgegriffen und zum Glueck heil wieder zurueckgebracht. Nach dem Abendessen an Bord konnten wir unsere Kajueten beziehen, von denen wir regelrecht begeistert waren (wir haetten fuer unseren Schnaeppchen-Preis schlimmeres erwartet!).

Ein schwimmendes Dorf

Die Sonne geht hier schneller unter,
als manch einer denkt...

Unsere Kajuete

Am naechsten Tag wurden wir mit dem Schiff nach Cat-Ba, auf die groesste bewohnte Insel der Bucht gebracht, wo wir die naechste Nacht verbringen sollten. Der Weg in die Stadt fuehrt vom Hafen quer ueber die komplette Insel am Cat-Ba-Nationalpark vorbei. Dort wurde fuer eine 3-stuendige Trekking-Tour gestoppt. Wir sind eine der bewaldeten Karstspitzen bis zu einem Aussichtssturm hochgeklettert. Der Weg war teilweise ganz schoen steil, aber die Bewegung tat richtig gut! Oben angekommen wurden wir auch mit einer tollen Aussicht ueber die Insel belohnt, fuer die sich die Anstrengungen wirklich gelohnt haben. Der Aussichtsturm allerdings sah schon ziemlich verrostet und weniger vertrauenserweckend aus. Nicht umsonst stand da wahrscheinlich das Schild, dass man den Turm nur mit maximal fuenf Personen belasten sollte... Wenn wir aber nun schonmal da sind, muessen wir da auch hoch, dachten Eva und ich, und machten uns mutig an den Aufstieg. Ungefaehr in der Haelfte wurde es uns dann doch zu mulmig und wir beschlossen (nach dem obligatorischen Beweisfoto), dass wir fuer manche Abenteuer schon einfach zu alt sind... ;-)

Auf den linken Berg mit dem Aussichtsturm,
das war das Etappenziel

Nach ca. 1,5h Aufstieg war es geschafft
und die Sicht zwar diesig, aber toll!

Der Aufgang zum Aussichtsturm

und die Sicht von oben nach unten
(aber nur aus halber Hoehe)

Nach dem Abstieg ging es wieder mit dem Minibus weiter in die Stadt und zu unserem Hotel. Erst Check-Inn, dann gab es Essen und einen freien Nachmittag zur Erkundung der Insel. Das haben wir gleich dazu verwendet den Strand zu suchen (und zu finden)! Das erste Mal Strand seit sieben Wochen!! Das Wetter war einigermassen gut und bis zu den Knien haben wir uns auch reingetraut. Die restliche Zeit haben wir dann aber doch auf dem Handtuch in der Sonne verbracht. Sehr toll!!

Endlich Strand!!
Am naechsten Morgen ging es dann mit dem Boot durch die Halong-Bucht wieder zurueck. Die tolle Aussicht konnten wir aber nur von "unter Deck" geniessen, da wir alle drei ein leichtes Kratzen im Hals hatten... Vielleicht war es doch nicht ganz so warm am Strand, wie wir es uns eingebildet hatten. In Halong-City angekommen, bekamen wir nochmals Mittagessen und wurden dann mit dem Minibus wieder zurueck in unsere Hotels in Hanoi gebracht. Dort gab es fuer mich erstmal zwei Paracetamol, ein Paeckchen Taschentuecher und ne Stunde Schlaf, denn zum "Krank-werden", habe ich hier nun wirklich keine Zeit - es gibt viel zu viel zu sehen!! Zum Glueck hat das auch genutzt und ich bin wieder vollkommen fit!
.
Fazit unseres Trips:
Auch die Low-Budget-Touren koennen total toll werden!!

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

meine süsse, was wir über höhlen gesagt haben, gilt selbstverständlich auch für türme, wie standfest sie auch immer sind

Kommentar veröffentlichen