Nach unserem Ausflug in die Halong Bay hatten wir nochmals drei volle Tage in Hanoi, bevor unsere Zeit in Vietnam zu Ende gehen sollte. Das Programm dieser Tage bestand aus einem Tag Sight-Seeing in der Stadt, einem Tagesausflug zur Parfuempagode und einem letzten Tag mit "Rumgammeln" und Rucksack packen.
Am Sight-Seeing-Tag sind wir relativ frueh losgezohen um "Onkel Ho" in seinem Mausoleum zu besuchen. Das war so ziemlich das skurrilste Erlebnis, das ich bisher hatte. Die Oeffnungszeiten sind recht knapp gehalten und einmal im Jahr muss der Gute fuer drei Monate nach Russland zur Restaurierung, aber wir hatten Glueck und durften "zur Audienz". Das aber auch nur unter ganz bestimmten Bedingungen: zunaechst mussten wir unsere Rucksaecke (aber ohne Wertsachen) an einer ersten Sicherheitsschleuse abgeben. Dann ging es in die Warteschlange - abgesperrt wie vor dem SilverStar im Europa-Park, es fehlten nur die Schilder, die die noch verbleibende Wartezeit angeben. Es dauerte aber garnicht so lange, bis wir zum chsten Sicherheits-Check kamen. Wir bekamen diesmal eine extra Tasche fuer alle Wertgegenstaende und mussten durch einen Metalldetektor - wie am Flughafen. Danach ging es immer unter dem kritischen Auge der allgegenwaertigen Ehrengarde im Gaensemarsch weiter zum Vorplatz. Bevor wir den betreten durften, musste noch das Taeschchen mit den Wertsachen gegen eine Quittungsnummer bei der Wache abgegeben werden. Dann in Reih und Glied, schoen einer hinter dem anderen, begleitet von der Garde bis zum Eingang des Mausoleums... Ab Betreten des roten Teppichs durfte nicht mehr gesprochen werden, sobald man innerhalb des Gebaeudes war, musste man die Haende sichtbar und flach an die Seite legen. So flanierten wir dann ehrfuerchtig schweigend im Halbdunkel an dem beleuchteten Sarg vorbei. Stehenbleiben ist verboten, aber unter dem kritischen Blick der extrem bewaffneten Garde hat man auch keine Lust dazu. Als erstes sieht man nur den dunklen Sarg, darin im wahrsten Sinne "totenbleich" das waechserne Gesicht mit den grauweisen Haaren und die hellen Haende. In einem dunklen Gewand liegt Ho Chi Minh da in seinem Sarg und scheint sogar zu laecheln... Und das, obwohl er in seinem Testament ausdruecklich darum gebeten hat, seinen Leichnam nicht auszustellen sondern bei einer schlichten Zeremonie einzuaeschern... soviel also zur Umsetzung seines letzten Willens... Danch ging es direkt wieder raus, wir bekamen das Taeschchen mit den Wertsachen wieder und der Spuk war vorbei. Skuril aber interessant! Und auf jeden Fall eine bisher einmalige Erfahrung.
Nach dem Besuch im Mausoleum haben wir noch die Einbaum-Pagode, den Literatur-Tempel und das Hoa Lo Gefaengnis besichtigt. Hanoi hat wirklich unheimlich viel zu bieten und das fuer jeden Geschmack! Eine wirklich nette Stadt - aber wohnen wollte ich hier trotzdem nicht ;-)
Einbaum-Pagode
Der Tagestrip am zweiten Tag fuehrte Barbara und mich zur Parfuem-Pagode. Der Ausflug an und fuer sich war eigentlich wirklich gut, allerdings hatten wir diesmal so einen schlechten Guide erwischt, dass wir am Ende des Tages ziemlich sauer waren. Zum Glueck hatten wir den Trip fuer 14 Dollar bekommen - die meisten aus unserer Gruppe haben 20 bezahlt... da haetten wir uns noch mehr geaergert! Die Parfuem-Pagode ist eine DER vietnamesischen Pilgerstaetten und jedes Fruehjahr kommt hier eine ganze Herrschar an Viets zum Beten hin. Zum Glueck ist aber gerade keine Pilgersaison und wir hatten das Gebiet quasi fuer uns (und eine zweite Touri-Gruppe). Es dauert zwei Busstunden, bis man in irgendeinem Dorf angekommen ist, von wo aus es nur noch mit dem Boot weitergeht. Nach dem uns in unedlichem Gewimmelt und Geschrei endlich ein Ruderboot zugeteilt wurde ging es los: fast eine Stunde brauchte die arme Ruderfrau um das Boot (immer mit vier Leuten besetzt) an den Anlegepunkt bei der Pagode zu bringen. Von dort muss man dann zu Fuss bergauf. Mittlerweile gibt es (man soll's nicht glauben) auch eine Seilbahn, aber ich bin tapfer gelaufen. Und das, obwohl jedes Guidebook vor den Strapazen des Aufstieges warnt. Allerdings war es halb so schlimm und wir sind nach knapp 40min oben angekommen, wo es dann die Felsgrotte (welche leider weniger spektakulaer ist) zu besichtigen gibt. Fuer den Rueckweg, bin ich auf die Seilbahn umgestiegen: eine Doppelmayr von 2005 aus Oesterreich - da kann ja fast nix schief gehen ;-) Es ist allerdings ein komisches Gefuehl, wenn kein Schnee drunter ist... und ich freu mich jetzt schon wieder aufs Skifahren! Unten angekommen gab es Mittagessen, danach ging es mit den Booten wieder zurueck zum Minibus. Statt die zweite Pagode, die auf dem Programm stand, zu besichtigen, wurden wir leider, zum Aergernis fast aller Gruppenmitglieder, auf dem Heimweg noch an einem Handwerkerdorf vorbeigefahren. Das ist ja immer alles ganz schoen anzusehen, laeuft aber meist darauf hinaus, dass man in irgendwelchen Souvenir-Shops landet, worauf wir keine Lust mehr hatten. Zum Glueck dauerte das Ganze nur ne halbe Stunde und wir waren froh, als wir wieder "daheim" im Hotel waren.
(teilweise "under construction")
Den dritten Tag haben Kathrin und ich dann hauptsaechlich damit verbracht unser Gepaeck so umzuschichten, dass wir beide auf nur 15kg im Rucksack und 7kg im Handgepaeck kamen. Hat nicht ganz geklappt, aber unser Handgepaeck haben sie zum Glueck nicht gewogen ;-)
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