Eigentlich dachte ich, wir haetten uns mittlerweile an das "asiatische organisations-Chaos" gewoehnt, doch unsere Reise von den 4000-Islands in Sued-Laos nach Siem Reap in Kambodscha hat unsere Nerven gestern und heute wieder hart auf die Probe gestellt (und das, obwohl wir von Inge und Andi (die den Trip zwei Tage vor uns gemacht haben) vorgewarnt wurden).
Es hoerte sich eigentlich alles gut an: ihr nehmt nen Minibus von den Inseln, ueber die Grenze, acht Stunden Fahrt, dann seid ihr in Kompong Thom, da muss man uebernachten, weil die Strecke fuer einen Tag zu lange ist, aber dafuer ist man dann am naechsten Tag schon mittags um zwoelf am Ziel in Siem Reap. Super, klingt gut - das machen wir... Also waren wir morgens um acht bei unserem Mini-bus, der dann auch erstaunlicherweise puenktlich losfuhr. Wir waren zu sechst (zwei Schweizer, eine Franzoesin, ein Hollaender, Kathrin und ich). An der Grenze (die ist nur 30km von der Insel entfernt) ging es auch recht flott (wir haben ja auch alle brav den Dollar fuer den Ausreisestempel bezahlt). Warum wir dann aber (nachdem wir alle unsere Stempel hatten) ca. eineinhalb Stunden vor dem laotischen Immigration Office warten mussten, war uns allen schleierhaft... Dann kam irgendwann der naechste Minibus und brachte uns zum kambodschanischen Immigration Office (7km ueber eine Schotterpiste mit Schlagloechern, fuer die man eigentlich einen Jeep gebraucht haette. Naja, immerhin waren wir einen Schritt weiter. Das Visum-on-Arrival ist auch wirklich kein Problem, man zahlt halt einfach 22 US-Dollar fuer das 20-Dollar -Visum und natuerlich nicht zu vergessen den einen Dollar fuer den Einreisestempel... Wenn man mal so von ca. 50 Touris pro Tag an diesem Grenzuebergang ausgeht, machen die mit ihren 3 Dollar Bestechungsgeld pro Nase ein echt gutes Geschaeft. Nicht umsonst sagt man Kambodscha eine der weltweit hoechsten Korruptionsraten nach. Aber gut, wir wollen schliesslich weiter. Aber da hatten wir die Rechnung ohne unseren Fahrer gemacht, der war naemlich mittlerweile in eine Partie Schach verwickelt und hatte dementsprechend keine Zeit uns weiterzufahren (angeblich musste vor unserer Abfahrt noch irgendwelche Dinge geregelt werden --> aha... das Schach-Ergebnis vielleicht?!?). Naja gut, ne weitere Stunde spaeter sind wir dann auch endlich losgekommen. Es war aber mittlerweile auch 12:30Uhr und die komplette Strecke lag noch vor uns. Von der Schotterpiste vor der Grenze ein wenig eingeschuechtert, waren wir sehr ueberrascht nach der Grenze eine durchgehend geteerte, fast autobahnaenliche Strasse vorzufinden. Das Glueck waehrte aber nicht ganz so lange, denn nach einer halben Stunde wurden wir schon wieder aus dem Minibus ausgeladen und mussten an einem Fluss auf eine Faehre warten, die aber zum Glueck nach einer knappen viertel Stunde auch kam. Auf der anderen Seite wurden wir in ein Restaurant geleitet, wo wir waehrend des Mittagessens auf den naechsten Minibus warten sollten, der wohl so gegen 14Uhr kommen sollte. Ok, wir sind zwar innerhalb der ersten sechs Stunden nur knappe 50-60km vorwaerts gekommen, aber was zu Essen ist immer gut und beruhigt die Nerven... Fuer asiatische Verhaeltnisse sogar noch puenktlich kam der Minibus dann um viertel vor drei und endlich konnte die Fahrt losgehen. Drei von uns sechs wollten nach Kratie, das liegt ca. bei einem Drittel der Wegstrecke nach Siem Reap. Wir anderen sollten dort nochmal den Bus wechseln, um bis zu dem Zwischenziel zu kommen, von wo aus es am naechsten Morgen weitergehen sollte. Ja, das dachten wir zumindest... Enldich um ca. halb fuenf in Kratie angekommen, mussten wir alle aussteigen: Endstation! Heute faehrt kein Bus mehr woanders hin, wir muessten am naechsten Morgen weiter, das waere kein Problem und muss so sein! Aha?!?! Aber ok, eigentlich war es uns ganz recht, denn um die Uhrzeit wird es hier auch schon langsam dunkel und so konnten wir uns wenigstens zusammen mit den anderen ein Quartier suchen und gemeinsam beim Abendessen ueber die Fahrt schimpfen. Nebenbei: fuer eine Fahrtzeit von nicht mal drei Stunden, waren wir neun Stunden unterwegs... Nicht gerade effizient, aber immerhin sind wir angekommen.
Die Weiterfahrt am naechsten Tag lief dann eigentlich recht reibungslos. Puenktlich am Treffpunkt konnten wir noch fruehstuecken, wurden dann zum Bus gebracht, der auch planmaessig abfuhr. Wir beiden Maedels und der Hollaender waren allerdings so ziemlich die einzigen Farangs (=Langnasen) unter all den Schlitzaugen. Bis auf ne Pinkel- und ne Essenpause gab es diesmal aber auch keine Pausen (man kommt nur eben nicht ganz schnell vorwaerts, wenn der Bus staendig Kindern, Kuehen, Motorraedern oder anderen Hindernissen auf der Strasse ausweichen muss). Wir wussten auch, dass wir wieder irgendwo den Bus wechseln muessen, aber dass man uns sagen wuerde, wenn es soweit ist... Irgendwann war es dann auch soweit: mitten auf der Strasse - da war keine Bushaltestelle, keine Stadt nichts, ausser dem entgegenkommenden Bus, der uns mitnehmen sollte... Ich glaube ja immernoch, dass diese "Haltestelle"sehr flexibel gehandhabt wird, je nachdem, wo sich die beiden Busse gerade treffen. Nach dem Umsteigen sind wir auch gut 20min die gleiche Strecke wieder zurueck gefahren... Aber mein Gott, ansonsten haetten wir 20min irgendwo warten muessen, also was soll's?! Im Endeffekt sind wir dann nach weiteren fuenf Fahrtstunden mit dem zweiten Bus heute um halb sechs in Siem Reap angekommen (eigentlich nur fuenfeinhalb Stunden spaeter als uns versprochen wurde - fuer Asiaten also kein Grund zur Aufregung!!)
Der Knueller war dann allerdings noch unsere Ankunft am Busbahnhof: Der Bus faehrt ein, dahinter wird ein Tor geschlossen, damit alle Leute in Ruhe aussteigen koennen, wahrend sich vor dem Tor eine Horde kreischender Tuk-Tuk-Fahrer versammelt (das ganze erinnert ein bischen an eine Horde Groupies vor einer Konzertabsperrung). Und wirklich: wehe wenn sie losgelassen... Irgendwann ging das Tor auf und der ganze Pulk stuermt schreiend auf die Businsassen (die mittlerweile alle ausgestiegen sind) zu. Jeder bruellt auf uns ein und will uns irgendwohin fahren oder ein Guesthouse zeigen... Mann-o-Mann, ganz schoen anstrengend. Aber zu unserem Glueck hatte der Buskartenverkaeufer irgendeinem Fahrer schon vorher unsere Namen durchgegeben, so dass da dann einer mit nem Schild "Ms.Edlefsen/Ms.Dreher" stand... sehr skurril, so mitten in der Pampa ;-) Aber nachdem wir dem guten Kerl unsere Rucksacke in die Hand gedrueckt hatten, wurden wir von den anderen auch in Ruhe gelassen. Unser Fahrer hat uns dann freundlicherweise zum Guesthouse unserer Wahl gefahren und wird uns auch morgen zu einem Spottpreis (zusammen mit einem anderen Schweizer) den ganzen Tag durch die Tempelstaetten kutschieren. Da freue ich mich schon sehr drauf!!
So, das war eigentlich auch schon alles zu unserem Trip von Laos nach Kambodscha. Fazit: Es war teilweise abenteuerlich, aber wir sind gut angekommen :-) Bilder gibt es mal wieder nicht, denn der Card-Reader funktioniert gerade nicht, aber ich bemuehe mich die naechsten Tage, versprochen! Ansonsten ist Kathrin mit Bildern immer fleissiger ;-)
4 Kommentare:
dscha dscha....langsam, langsam...
das hab ich mal in meinem letzten Urlaub in Thailand gelernt :-)
lg mel
Hallo Tina ich bewundere deine Ruhe
ich wäre da schon längst mit den Nerven am Ende.
Oder gewöhnt man sich daran und denkt: "wenn ich heute nicht ankomme, dann eben morgen"?
Wie gut, dass du jede keinen Termindruck hast.
Machs gut und sei gedrückt von deiner Oma
Übrigens bei uns ist Winter und am Feldberg laufen alle Lifte!!
Das kommt mir alles so bekannt vor ... ;)
Immer locker bleiben Mädels - schließlich habt ihr URLAUB!!
LG
Bine
Wünsche dir schönes Wetter und pass auf die Autos auf!!!
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